Wir brauchen exzellenten Wissenschaftsjournalismus. Der Prix Média fördert Medienschaffende mit Recherchebeiträgen und Preisgeldern für spannende Stories und innovative Formate.

Medienmitteilung

Akademien der Wissenschaften Schweiz a+

Prix Média und Prix MultiMédia 2026: Aus dem Gleichgewicht

Sie zeigen, wie schnell wir ins Straucheln geraten: Stephanie Schnydrig erhält für ihre Recherche zum gestörten Gleichgewichtssinn von Hochseilartist Freddy Nock den Prix Média 2026, während Julian Schmidli, Pascal Albisser und Keto Schumacher für den Scrollytelling-Beitrag zur Radikalisierung junger Männer auf TikTok mit dem Prix MultiMédia 2026 ausgezeichnet werden. Die Preise sind mit je 10'000 Franken dotiert.

v.l.n.r.: Stephanie Schnydrig, Julian Schmidli, Keto Schumacher und Pascal Albisser

Der Prix Média 2026 geht an Stephanie Schnydrig für ihren Beitrag «Er hätte stürzen müssen», der am 5. Februar 2026 bei «Schweiz heute», CH Media erschienen ist. Im Artikel geht es um Freddy Nock, der trotz eines gestörten Gleichgewichtssinns sagenhafte Balanceakte vollbrachte. Schnydrig zeigt an seinem Beispiel, wie plastisch das Gehirn ist und welche Kompensationsmechanismen es entwickeln kann. Die Jury lobt die Anschaulichkeit der Erklärung und würdigt das präzise wissenschaftsjournalistische Handwerk dahinter. Der Prix Média ist mit 10'000 Franken dotiert.

Mit dem Prix MultiMédia 2026 werden Julian Schmidli, Keto Schumacher und Pascal Albisser für den Beitrag «Der toxische Sog der Manosphere» ausgezeichnet, der am 3. Dezember 2025 bei SRF News erschienen ist. Für die Recherche legte das Team TikTok-Konten mit stereotypisch männlichen Interessen an und dokumentierte im Selbstexperiment, wie schnell Jugendliche in frauenfeindliche Online-Sphären geraten können. Die Jury würdigt das innovative Scrollytelling-Format und das methodisch sorgfältige Vorgehen. Sie hebt hervor, dass ein aktuelles, gesellschaftlich relevantes Thema auch einem jungen Publikum zugänglich gemacht wird. Der Prix MultiMédia ist ebenfalls mit 10'000 Franken dotiert.

Mit Laura Minnetians Filmprojekt «Solange du wartest» hat die Jury zudem einen Newcomer-Werkbeitrag vergeben. Der Film begleitet zwei junge Ukrainerinnen mit Schutzstatus S in der Schweiz. Er zeigt die psychologischen und sozialen Auswirkungen des andauernden Wartens auf einen gesicherten Aufenthalt sowie die Strategien, mit denen die Protagonistinnen diesem Warten begegnen. Minnetian erhält für ihr Projekt einen Recherchebeitrag von 3'000 Franken. Der Film wird ab Anfang Oktober auf unseren Kanälen publiziert.

Mit dem Prix Média, dem Prix MultiMédia und dem Newcomer-Beitrag zeichnen die Akademien der Wissenschaften Schweiz exzellenten Wissenschaftsjournalismus aus und würdigen damit die wichtige Rolle der Journalistinnen und Journalisten an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

Die diesjährige Preisverleihung findet am Freitag, 30. Oktober ab 17:30 im Stellwerk in Bern statt. Bereichert wird die Preisverleihung durch eine Podiumsdiskussion zum Thema «Wie wird in Zukunft Wissen vermittelt?». Helga Rietz, Präsidentin der Prix Média-Jury, spricht mit Hannes Grassegger und Alexandra Stark darüber, wie Wissen morgen erworben und weitergegeben wird. Im Anschluss gibt es einen Apéro riche. Die Preisverleihung ist öffentlich – herzlich Willkommen!

Weitere Auskünfte erteilt:

Sindy Schmiegel
E-Mail: prixmedia@akademien-schweiz.ch
Tel. +41 (0)31 306 92 39